Na und? Klar, Warmduscher werden auch demotiviert, wenn die
Wassertemperatur unter eine Erträglichkeitsschwelle sinkt. Lieber
duschen sie dann nicht.
Bei Multi User Dungeons (MUDs) lassen sich nur Lamer vom
Weitertüfteln abhalten, falls es nicht mehr weitergeht. Außerdem sind
zahlreiche Mitspieler online, die gerne weiterhelfen.
Wieso also überhaupt diese Diskussion?
Der Sinn dieser Diskussion offenbart sich, wenn man den Grund für die
Beschäftigung mit MUDs bei invidéa kennt. Vor einigen Wochen wurde ein
Kunst-Projekt mit der Zielsetzung gestartet, dass Interactive
Storytelling als Disziplin Kern der Umsetzung sein soll. Als Einstieg
wollte man verschiedene Medien untersuchen, die sich mit Interaktivität
beschäftigen.
Im Laufe der Recherche ist man auf MUDs gestoßen.
Ein Kunst-Projekt im Bereich Interactive Storytelling bei invidéa hat
natürlich auch Rahmenbedingungen, die vor einer weiteren Diskussion
betrachtet werden müssen. Eine davon ist, dass die Zielgruppen sehr
heterogen sind und damit keinerlei umfangreiches Wissen vorausgesetzt
werden kann.
Ein Kunst-Projekt bei invidéa sollte durchaus Möglichkeiten bieten,
später in Teilbereichen Nutzen in konkreten Projekten zu ziehen. Da es
bei invidéa um das Transportieren von Inhalten geht, die die Nutzer bzw.
die Angesprochenen auf jeden Fall erreichen sollen, dürfen keine
Hindernisse (wie z.B. ein zu hoher Schwierigkeitsgrad) bestehen.
Interactive Storytelling und MUDs
Wo ist also die Verbindung zwischen der Idee ein Interactive Storytelling-Kunst-Projekt zu kreieren und MUDs?
Über die Recherche nach Interaktivität kam man also zu MUDs. Der
Grund warum man längere Zeit an MUDs hängen blieb ist, dass man mit der
Zeit überlegte, warum man nicht das Kunstprojekt als MUD anlegen sollte.
Interactive Storytelling und MUDs hängen an sich durchaus zusammen.
Beim Testen von MUDs kamen wir aber zu der Erkenntnis, dass der Sinn bei
MUDs durchaus eine gewisse Tüftelei ist. Für unser Kunst-Projekt mit
oben genannten Voraussetzungen ist dies aber ein Killer-Kriterium. Die
Zielgruppen bei möglichen realen Projekten, in die das
Kunst-Projekt-Schema implementiert werden könnte, würden nicht bereit
sein, über längere Zeit nachzudenken.
MUDs nicht bei invidéa?
Nun, dann vergessen wir MUDs für unser Projekt.
Auf der anderen Seite ist die Lösung doch naheliegend. Suchen wir
einen Drehknopf, mit dem wir den Schwierigkeitsgrad von Hindernissen
runterdrehen können! An dieser Stelle ist zu definieren, welche Arten
von Hindernissen es geben kann:
- Hindernisse beim Bedienen des Systems (nicht-intuitive Bedienung / schlechte Interaktivität)
- Hindernisse beim inhaltlichen Weiterkommen
Das erste Thema bezieht sich dabei auf das "Interactive" und das zweite Thema auf das "Storytelling".
Für die invidéa-Zielgruppe ist beim ersten Thema Perfektion
festzusetzen. Beim zweiten Thema ist der Schwierigkeitsgrad an das
jeweilige Kommunikationsumfeld anzupassen. Werbung sollte einfach zu
konsumieren sein, eine Lernumgebung kann die Messlatte etwas höher
ansetzen.
Sind wir fertig?
Die Diskussion hat zu Tage gefördert, dass das MUD-Konzept durchaus
einsetzbar sind für das Vorhaben bei invidéa. Die Qualität der
Interaktivität ist allerdings ein zentraler Punkt, der perfekt geplant
und implementiert werden muss, um keine zu hohen Hindernisse für die
Nutzer aufzubauen.