Freitag, 27. Januar 2012
STEREOSTONED Debutalbum ist raus
CD eingelegt und STEREOSTONED zeigt die Richtung: Im Laufe des Debutalbums STAY SEXY wird dem Hörenden nicht die Möglichkeit gegeben passiv Hörender zu bleiben, sondern wird Lied für Lied zu einem aktiv musikalisch Teilnehmenden transformiert. Das äußert sich in der Praxis dermaßen, dass Körperteile nicht mehr ausschließlich vom Willen des Tonkonsumenten gesteuert werden, sondern primär von der akustischen Wucht der Oberpfälzer.
Für dieses Körperempfinden gibt es auch einen Namen und den hat sich die Band verdient: Man ist beim Hören dieser Musik sozusagen STEREOSTONED. Mit körperschädlichen Drogen hat dies wenig zu tun - obgleich Suchtgefahr bestehen soll. - Hört man!
Christoph, Hermann, Jan und Kai fordern also: "Stay sexy!" Und wer's noch nicht ist, dem ist zu versprechen: Höre und werde!
Beim ersten Song - Never together - wird klar: Die brauchen sich nicht zu verstecken. Das Werk hat Potential. Da pumpt ein sauber- rhytmisches Gitarrenriff durch die Röhre. Wer meint, er könne beim zweiten Song - Crappy Game - durchatmen, hat sich vermeint: Hier zeigen auch die anderen Bandmitglieder, dass sie mitsingen können.
Und mittendrin in diesem Song springt der Funk (ohne "e") über. Sozusagen als Wegbereiter für Song 3: Superstar. Hört euch da mal das Arrangement zwischen Bass und Gitarre in den Strophen an. Gefällt!
"Magnum 45" heißt der vierte Song der Runde. Ok, hier kann man am ehesten mal in sich gehen. Was aber nicht heißen soll, dass ich enttäuscht wäre: Es ist ein großartiges und meiner Ansicht nach fast hymnisch rübergebrachtes Stück. Mit dem fünften Stück "Silvermine" wird die erste Verschnaufpause gewährt - die dauert aber nur bis Refrain, bei dem man dann wieder mit akzentuiertem Kopfnicken die Perkussion als funktionierend bestätigt.
Damn! Das ist nicht nur der nächste Songtitel, sondern auch der erste Kommentar, der einem beim Hören des Beginns des Songs einfällt. Ein mitziehender Funkteppich, der später vom Bass aufgenommen wird und damit die spielerische Kreativität der Band zeigt. Damn it, was soll da jetzt noch kommen?
"Break your Balls", gibt STEREOSTONED zur Antwort und ohne weiterzureden, lassen sie einen Wummer aus den Boxen schallen. Wieder zeigt Jan, dass Funk nicht nur durch Zupfen oder Schlagen entsteht, sondern auch in den Vocals lebt. Und es klingt fast so, als wollten sie mit dem Text nicht nur irgendeinen Song mit Worten füllen, sondern einen allgemeinen Pakt besiegeln:
This is not for fun!
The struggle has just begun.
Meiner Ansicht nach sind Song 6 und 7 mit einschließlich diesem folgenden - "Burn tonight" - ein musikalischer Hattrick: Die stärkste Passage des Albums für mich. Und wer auf irgendeiner Internetplattform probehören möchte, dem seien Nummer 6 bis 8 vor allem ans Herz gelegt.
"Burn tonight" ist dabei für mich der Inbegriff vom STEREOSTONED-Sound. (Die Band möge mich bestätigen oder auch steinigen, ich bleibe so oder so dabei.) Was passiert hier mit Percussions ab Minute 3? Das geht wie Sau und hört nicht auf. Die Lok arbeitet unaufhörlich und man freut sich auf die Zielgerade des Gesamtwerks.
"Say die" hat musikalisch Ähnlichkeiten zum ersten Song, mixt aber stilistisch nochmal gehörig eine andere Würzmischung unter. Was ist zum Abschlusssong "Empty Roads" zu sagen? Nun, er ist fantastisch als Abrundung geeignet: Wer ausschließlich Geschwindigkeit und Power möchte, wird hier nicht fündig. Allerdings ist die balladenartige Umsetzung ein weiterer Beleg für die Vielseitigkeit der Band.
Und während man meinen könnte, beim Hören fährt man wirklich über Empty Roads, schockiert das Ende mit arabischen Tonfolgen dann doch etwas: Bin ich etwa zu weit gefahren? - Nö, Du wurdest nur ge-STEREOSTONED ...

