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    <title>Krealyt - Kultur</title>
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    <description>Verstehen und erschaffen.</description>
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    <pubDate>Thu, 05 Apr 2012 12:24:22 GMT</pubDate>

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        <title>RSS: Krealyt - Kultur - Verstehen und erschaffen.</title>
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    <title>Grass bei Beichtvater Iran</title>
    <link>http://www.invidea-media.de/krealyt/archives/47-Grass-bei-Beichtvater-Iran.html</link>
            <category>Kultur</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Manuel Ziegler)</author>
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    &lt;blockquote&gt;Ich habe das Gedicht von #Grass einmal aufgeschraubt und nachgesehen, was drin ist.&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;So twitterte Frank Schirrmacher am 4. April, ein paar Stunden nach der Veröffentlichung von Günter Grass&#039; &amp;quot;Was gesagt werden muss&amp;quot;. Und der Titel hätte zu &lt;a title=&quot;Interpretation - Was Grass uns sagen will&quot; target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/eine-erlaeuterung-was-grass-uns-sagen-will-11708120.html&quot;&gt;Schirrmachers Analyse&lt;/a&gt; tatsächlich weitaus besser gepasst als zum Gedicht selbst. Denn was in der Analyse zu Tage gefördert wird, ist meiner Ansicht nach ein Lehrstück über versteckte Untertöne.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Ich muss zugeben, dass ich den ersten Antisemitismus-Vorwürfen gegen Grass noch mit Unverständnis im Twitterstrom beim Vorbeilaufen zusah. Nach zweimaligem Lesen konnte ich von Antisemitismus noch nicht viel erkennen. Meine erste Idee war das Entknoten dieser künstlich in Gedichtform gepackten Sprache. Ich wollte einfach nur zusammenfassen. Oberflächlich. An ein Aufschrauben dachte ich nicht - und wäre auch sprachlich und historisch nicht in der Lage dazu gewesen.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;So schrieb ich einen kurzen Text, &lt;a title=&quot;Das Gedicht von Grass aus Gedichtform befreit&quot; target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://www.twitlonger.com/show/gq5lrb&quot;&gt;quasi eine Übersetzung des Grass-Gedichts&lt;/a&gt;. Daraus zieht man statt Antisemitismus eher die Unterstellung eines Vernichtungsschlages oder die Verdrehung von Tatsachen. Das könnte man dann diskutieren und sich darin verlieren. Doch Frank Schirrmacher hat zu diesem Zeitpunkt bereits die Schrauben des Gedichtgehäuses entfernt, die Ummantelung geöffnet und zeigt, was wirklich diskussionswürdig ist.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Das was er sieht, nennt er dann zurecht &amp;quot;bestürzend&amp;quot;: Günter Grass verwendet scheinbar harmlose Worte in einem Kontext, der diesen Worten eine zweite Sinnebene gibt. Wenn meine Zusammenfassung die erste - oberflächliche - Sinnebene darstellt, zieht Schirrmacher diese Worte mit ihren &amp;quot;neuen&amp;quot; Bedeutungen hervor:&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;ul&gt; &lt;br /&gt;
&lt;li&gt;Wir als &amp;quot;Überlebende&amp;quot;. (Rollentausch mit Holocaust-Überlebenden)&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;
&lt;li&gt;Wir als &amp;quot;Fußnoten der Geschichte&amp;quot;. (Anspielung auf Rede Charlotte Knoblochs bei Gedenkfeier, in der sie die Gefahr ansprach, dass Opfer des Holocaust zu Fußnoten der Geschichte werden.)&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;
&lt;li&gt;&amp;quot;Auslöschung eines Volkes&amp;quot;. (Gemeint ist Iran, assoziierter Rollentausch mit Judentum)&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;
&lt;li&gt;Seine &amp;quot;Herkunft als Makel&amp;quot;.&lt;/li&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Gerade bei der Benennung des letztes Ausdrucks, den man im Gedicht &amp;quot;einfach so&amp;quot; auf das Schweigenmüssen des Deutschen bezieht und so stehen lässt, sollte einem fast schwindelig werden, was Grass hier auf so subtile Weise im Innenleben des Gedichts verbaut hat.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Er entwendet Worte und Ausdrücke aus dem Zusammenhang des Holocaust und stellt sie in einen neuen Kontext. Wenn man die Schuld des Deutschen als einen Makel bezeichnet, ist das eine Sache. Wenn man als preisgekrönter Schriftsteller allerdings das Wort &amp;quot;Herkunft&amp;quot; in diesem größeren Zusammenhang verwendet, weiß man, was man da tut. (Siehe Schirrmachers Analyse dazu!)&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Damit steht nun das Gedicht nicht mehr nur als Zeigefinger auf einen möglichen Angriff Israels oder als Verwechslung von Ursache und Wirkung einer zukünftigen Entwicklung zwischen Israel und Iran da. Viel schlimmer ist das Gedicht nun der Versuch, sich selbst durch unterschwellig eingebaute Schlüsselworte reinzuwaschen.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Ich glaube nicht, dass man als Deutscher Israel nicht kritisieren darf. (Man mag als Deutscher die Verpflichtung haben, bei manchen Themen mehr Energie in die sprachliche Abwägung einbringen zu müssen, wenn es um Themen zum Holocaust oder zum Judentum geht. Das ist aber hier nicht gemeint. Es geht um die Kritik gegenüber Israel.)&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Aber selbst wenn es so wäre, dass man als Deutscher bei Kritik gegenüber der israelischen Regierung, der israelischen Politik zurückhaltender auftreten müsste, so würde auch das keinesfalls den Deutschen als Opfer in einer Dimension der Opfer des Holocaust machen. Und genau diese Assoziation deutet sich im Gedicht an.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Um zu sagen, was Grass tatsächlich für eine Zielsetzung hat, weiß ich zu wenig über ihn und sein Gesamtwerk. Vermuten würde ich, dass es ihm erst einmal nur um sein eigenes Gewissen geht. Die Schuld schnürt ihm die Luft ab. Doch auf diese Weise darf er sein Gewissen nicht erleichtern. Er dürfte es nicht unterschwellig tun. Er müsste unverschlüsselt und offensichtlich schreiben - und er dürfte es nicht unter dem Deckmantel eines völlig anderen Themenkomplexes tun.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Der Iran nimmt dabei nämlich nur zu gerne die Beichte von Grass ab. Nur steckt unter dieser Kutte kein Priester, sondern im besten Fall ein verkleideter Mitschüler, der den Inhalt der Beichte für sich zu nutzen wissen dürfte.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Thu, 05 Apr 2012 12:28:51 +0200</pubDate>
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    <title>STEREOSTONED Debutalbum ist raus</title>
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            <category>Musik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Manuel Ziegler)</author>
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    &lt;p&gt;CD eingelegt und STEREOSTONED zeigt die Richtung: Im Laufe des Debutalbums STAY SEXY wird dem Hörenden nicht die Möglichkeit gegeben passiv Hörender zu bleiben, sondern wird Lied für Lied zu einem aktiv musikalisch Teilnehmenden transformiert. Das äußert sich in der Praxis dermaßen, dass Körperteile nicht mehr ausschließlich vom Willen des Tonkonsumenten gesteuert werden, sondern primär von der akustischen Wucht der Oberpfälzer.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Für dieses Körperempfinden gibt es auch einen Namen und den hat sich die Band verdient: Man ist beim Hören dieser Musik sozusagen STEREOSTONED. Mit körperschädlichen Drogen hat dies wenig zu tun - obgleich Suchtgefahr bestehen soll. - Hört man!&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Christoph, Hermann, Jan und Kai fordern also: &amp;quot;Stay sexy!&amp;quot; Und wer&#039;s noch nicht ist, dem ist zu versprechen: Höre und werde!&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Beim ersten Song - Never together - wird klar: Die brauchen sich nicht zu verstecken. Das Werk hat Potential. Da pumpt ein sauber- rhytmisches Gitarrenriff durch die Röhre. Wer meint, er könne beim zweiten Song - Crappy Game - durchatmen, hat sich vermeint: Hier zeigen auch die anderen Bandmitglieder, dass sie mitsingen können.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Und mittendrin in diesem Song springt der Funk (ohne &amp;quot;e&amp;quot;) über. Sozusagen als Wegbereiter für Song 3: Superstar. Hört euch da mal das Arrangement zwischen Bass und Gitarre in den Strophen an. Gefällt!&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&amp;quot;Magnum 45&amp;quot; heißt der vierte Song der Runde. Ok, hier kann man am ehesten mal in sich gehen. Was aber nicht heißen soll, dass ich enttäuscht wäre: Es ist ein großartiges und meiner Ansicht nach fast hymnisch rübergebrachtes Stück. Mit dem fünften Stück &amp;quot;Silvermine&amp;quot; wird die erste Verschnaufpause gewährt - die dauert aber nur bis Refrain, bei dem man dann wieder mit akzentuiertem Kopfnicken die Perkussion als funktionierend bestätigt.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Damn! Das ist nicht nur der nächste Songtitel, sondern auch der erste Kommentar, der einem beim Hören des Beginns des Songs einfällt. Ein mitziehender Funkteppich, der später vom Bass aufgenommen wird und damit die spielerische Kreativität der Band zeigt. Damn it, was soll da jetzt noch kommen?&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&amp;quot;Break your Balls&amp;quot;, gibt STEREOSTONED zur Antwort und ohne weiterzureden, lassen sie einen Wummer aus den Boxen schallen. Wieder zeigt Jan, dass Funk nicht nur durch Zupfen oder Schlagen entsteht, sondern auch in den Vocals lebt. Und es klingt fast so, als wollten sie mit dem Text nicht nur irgendeinen Song mit Worten füllen, sondern einen allgemeinen Pakt besiegeln:&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;This is not for fun!&lt;br /&gt;The struggle has just begun.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Meiner Ansicht nach sind Song 6 und 7 mit einschließlich diesem folgenden - &amp;quot;Burn tonight&amp;quot; - ein musikalischer Hattrick: Die stärkste Passage des Albums für mich. Und wer auf irgendeiner Internetplattform probehören möchte, dem seien Nummer 6 bis 8 vor allem ans Herz gelegt.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&amp;quot;Burn tonight&amp;quot; ist dabei für mich der Inbegriff vom STEREOSTONED-Sound. (Die Band möge mich bestätigen oder auch steinigen, ich bleibe so oder so dabei.) Was passiert hier mit Percussions ab Minute 3? Das geht wie Sau und hört nicht auf. Die Lok arbeitet unaufhörlich und man freut sich auf die Zielgerade des Gesamtwerks.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&amp;quot;Say die&amp;quot; hat musikalisch Ähnlichkeiten zum ersten Song, mixt aber stilistisch nochmal gehörig eine andere Würzmischung unter. Was ist zum Abschlusssong &amp;quot;Empty Roads&amp;quot; zu sagen? Nun, er ist fantastisch als Abrundung geeignet: Wer ausschließlich Geschwindigkeit und Power möchte, wird hier nicht fündig. Allerdings ist die balladenartige Umsetzung ein weiterer Beleg für die Vielseitigkeit der Band.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Und während man meinen könnte, beim Hören fährt man wirklich über Empty Roads, schockiert das Ende mit arabischen Tonfolgen dann doch etwas: Bin ich etwa zu weit gefahren? - Nö, Du wurdest nur ge-STEREOSTONED ... &lt;br /&gt;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Fri, 27 Jan 2012 08:57:03 +0100</pubDate>
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